Präventionsordnung

Einrichtungen, die Kinder, Jugendliche, Eltern und Erwachsene betreuen und beraten, haben in besonderem Maße die Chance und die Verpflichtung aktiv zum Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch tätig zu werden und ein grenzachtendes Miteinander zu leben.

 

Im Jahr 2010 wurde öffentlich bekannt, dass viele Männer und Frauen Gewalt und sexuelle Übergriffe durch MitarbeiterInnen in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen (Heimen, Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden,…) erlebt haben. Daraufhin wurde bundesweit in den Fokus genommen, was Einrichtungen und Institutionen tun können und müssen, damit Kinder und Jugendliche bei Ihnen Hilfe finden und bestmöglich vor Machtmissbrauch geschützt sind.

 

Für alle kirchlichen Einrichtungen wurde eine Präventionsordnung entwickelt.Diese beschreibt welche Maßnahmen und Schritte die Einrichtungen ergreifen sollen, um eine gute Prävention und Intervention zum Schutz vor sexuellem Missbrauch zu ermöglichen. Die Präventionsordnung für das Bistum Münster können Sie auf dieser Seite herunterladen. Letztendlich soll jede Einrichtung ein institutionelles Schutzkonzept erstellen, das Qualitätsstandards zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in der eigenen Einrichtung sichert.

 

Der Caritasverband Ahlen betreut, berät und begleitet Kinder, Jugendliche und Eltern, sowie Erwachsene in sozialen Problemlagen. Seine Einrichtungen und Dienste sind daher Orte, an denen Eltern, Kinder und Jugendliche Informationen und Hilfe zum Schutz vor sexuellem Missbrauch erhalten können. Insbesondere durch die Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch beim Caritasverband Ahlen ist der Schutz vor sexualisierter Gewalt ein erklärtes Schwerpunktthema des Verbandes. Zum Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch gehört immer die frühzeitige Präventionsarbeit. Diese beginnt mit der Reflexion der eigenen Erziehungshaltung und des eigenen Handelns. Insofern hat der Caritasverband Ahlen bereits im Jahr 2013 begonnen alle MitarbeiterInnen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen der Gewalt fortzubilden. Hierzu gehört neben dem Wissen zum Thema und der Handlungskompetenz Betroffene adäquat zu begleiten und zu beraten auch die Reflexion und des eigenen fachlichen Handelns im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Abhängigkeitsverhältnissen. Die MitarbeiterInnen aller Ebenen des Verbandes haben sich mit folgenden Fragen beschäftigt und dazu Antworten und Handlungsleitfäden entwickelt:

Woran erkennen Kinder, Jugendliche, Eltern, Erwachsene, Kollegen und Kolleginnen, dass wir uns grenzachtend verhalten? Wie wird Kindern und Eltern geholfen, die von Erfahrungen sexueller Übergriffe berichten? Wer greift wie ein, wenn eine Mitarbeiterin/ ein Mitarbeiter sich nicht grenzachtend oder gar übergriffig verhält? Wer kann sich in diesem Fall an wen wenden und worauf können Betroffene, HelferInnen und unter Verdacht stehende sich verlassen?

 

Dies sind grundlegende Bestandteile eines noch weit umfassenderen institutionellen Schutzkonzeptes. Der Caritasverband Ahlen entwickelt dieses seit 2013 Stück für Stück weiter und präsentiert die Weiterentwicklung in Fachveranstaltungen.

Das Schutzkonzept soll sowohl unseren NutzerInnen als auch MitarbeiterInnen einen transparenten und informativen Orientierungsrahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch beim Caritasverband Ahlen geben. Dabei liegt der wesentliche Effekt des Schutzkonzeptes nicht allein im letztendlich schriftlichen Ergebnis, sondern vielmehr in der gemeinsamen Erarbeitung desselben.